Aus der geplanten Fusion der Deutschen Börse und der NYSE Euronext wird nichts. Die EU-Kommission hat heute (1. Februar 2012 ) den beiden Unternehmen einen Strich durch die Rechnung gemacht und den Zusammenschluss untersagt. Begründet wird die Entscheidung mit der Monopolstellung, die der entstehende Marktriese im Handel mit Finanzderivaten erlangt hätte.
Vonseiten der Deutschen Börse wurde die Entscheidung mit Verärgerung aufgenommen. „Dies ist ein schwarzer Tag für Europa und seine zukünftige Wettbewerbsfähigkeit auf den weltweiten Finanzmärkten.“ Die Entscheidung der EU-Kommission basiere auf einer realitätsfremden verengten Marktdefinition, die der globalen Natur des Wettbewerbs im Derivatemarkt nicht gerecht werde, heißt es in Frankfurt. Dabei mache der außerbörsliche (OTC-)Derivatemarkt den größten Teil des Marktes aus. Der werde mit dieser Entscheidung komplett ausgegrenzt. Die Deutsche Börse moniert, dass das definitive No im Widerspruch zu dem von der EU-Kommission ausgegebenen Ziel steht, die Finanzmarktregulierung auf den OTC-Derivatemarkt auszuweiten. Außerdem stehe die Entscheidung auch im Gegensatz zu der in den USA bereits 2007 vorgenommenen Beurteilung des Derivatemarkts. Seinerzeit durften sich dort die beiden Chicagoer Unternehmen CME und CBOT zu der größten global agierenden Derivatebörse zusammenschließen.“
Für den Chef der Deutschen Börse, Reto Francioni, ist durch die untersagte Fusion die Schaffung einer in Europa beheimateten und global wettbewerbsfähigen Börsengruppe verhindert worden. Ein fusionierter Börsenkonzern wäre seiner Meinung nach der „ideale Partner der europäischen Regulierungsbehörden“ gewesen. Er hätte die Schaffung standardisierter, transparenter und stabiler Märkte weltweit unterstützen können. (ths/Fischer-Partner.Org)



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